Gipfeltreffen 2010 in Garmisch-Partenkirchen

Auf dem Gipfeltreffen unter dem Motto „Chancen nutzen, Zukunft gestalten“ am 9. und 10. April 2010 in Garmisch-Patenkirchen hat sich der Fachverband Fliesen und Naturstein im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes intensiv mit der Zukunftssicherung des Fliesenlegerhandwerks beschäftigt und eine Fundamentalreform der Schulen in Deutschland gefordert.

Vor dem Hintergrund zurückgehender Ausbildungszahlen appellierte FFN-Vorsitzender Hans-Josef Aretz an das Fliesenlegerhandwerk, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen. Vor sechs Jahren gab es noch rund 3.500 Ausbildungsplätze im Fliesenlegerhandwerk, derzeit befinden sich noch circa 2.500 junge Menschen in der Ausbildung. „Noch brauchen wir keinen Wettbewerb mit anderen zu scheuen, aber wir müssen unseren Vorsprung halten!“. Dazu gehöre vor allem die Investition in Mitarbeiter und die Ausbildung des Nachwuchses. „An Ausbildung denkt kaum noch jemanden. Wenn wir aber nicht mehr über genügend qualifizierte Mitarbeiter verfügen, trifft uns der ruinöse Wettbewerb mit den wenig qualifizierten Marktteilnehmern umso härter. Diese Spirale, die sich immer weiter nach unten dreht, müssen wir dringend durchbrechen“.

Allerdings bestünde eine große Diskrepanz zwischen betrieblichen Anforderungen und dem Leistungsstand von Schulabgängern. „Zur Lösung dieses strukturellen Problems ist vor allem die Politik gefragt, Änderungen in den Rahmenbedingungen herbeizuführen“, erklärte Aretz und unterstützte die von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände veröffentlichten Schlüsselbotschaften. Dazu gehört eine Fundamentalreform der Schulen und eine bessere Vorbereitung der Schüler auf das Arbeitsleben.

Aretz appellierte an die gemeinsame Verantwortung der Ausbilder und der Auszubildenden. „Auch heute hat Beruf noch etwas mit Berufung zu tun.“ Nur gemeinsam und mit gegenseitigem Respekt gelinge es, dass eine Ausbildung für beide Seiten erfolgreich verlaufe und zur Erweiterung der Kompetenzen auch des Handwerks führe. 

Hier verwies Aretz auf die „hervorragenden Ausbildungsleistungen“ des Fliesenlegerhandwerks. Dadurch könne „Kompetenz aus erster Hand“ angeboten werden. Laut Aretz wird der „erfolgreiche Fliesenfachbetrieb der Zukunft ein kundenorientierter Komplettanbieter sein“. Der Fachverband wird seine Mitgliedsbetriebe auf diesem Weg dahin durch seine kompetente, zeitnahe und praxisorientierte Unterstützung und Beratung begleiten.

Der Fachverband Fliesen und Naturstein schließt sich den Schlüsselbotschaften der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände an. Diese lauten:

  1. Eine Fundamentalreform ist notwendig, damit Schulen ihre Schüler so bilden und ausbilden können, dass sie im 21. Jahrhundert Erfolg haben werden. 
  2. Die Schulen müssen ihre Ziele und ihre Organisation erneuern. Sie sollen für hochwertige Basisqualifikationen und solide Wissensgrundlagen sorgen, aber auch die sozialen und persönlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler, das Wertebewusstsein und die Fähigkeit zu  lebenslangem Lernen stärken. 
  3. Die Regierungen müssen den Schulen mehr Autonomie einräumen, damit sie sich selbst verwalten können. 
  4. Mehr öffentliches Geld schafft nicht notwendigerweise mehr Qualität. Vordringlich ist die Reform der Personalentwicklung und der Unterrichtsmethoden. 
  5. Zusammenarbeit und Wettbewerb sind gleichermaßen notwendig.
  6. Schulen sollen in Zukunft anregende Zentren des aktiven Lernens sein mit Bildungsgängen für jeden Einzelnen und der Nutzung des ganzen Potentials der Informations- und Kommunikationstechniken. 
  7. Schulen brauchen eine Balance von Theorie und Praxis, zwischen Wissen  und Handlungsorientierung. 
  8. Arbeitgeber müssen die Schulen aktiv darin unterstützen, ihre Schülerinnen und Schüler für das Arbeitsleben vorzubereiten und sich selbst zu organisieren: insbesondere durch Berufsorientierungen, Praxiserfahrung, Austauschangebote, Praktika und Unterstützung bei der Einführung von Informations- und Kommunikationsmedien. Schulen, Eltern und Arbeitgeber sollen eng zusammenarbeiten, damit die Schüler gut informiert über Ausbildung, Studium und Berufentscheiden können. 

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