Fachgespräch im BMWi zum Thema Meisterpflicht

Vertreter des Fliesen-, und Estrichleger- sowie Betonstein- und Terrazzoherstellerhandwerks im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)

Foto: FFN/Küttner

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Ende Juni haben Vertreter des Fliesen-, und Estrichleger- sowie Betonstein- und Terrazzoherstellerhandwerks im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Dr. Sabine Hepperle, Leiterin der Abteilung Mittelstandspolitik, zum Gespräch getroffen. Im Fokus stand die Wiedereinführung der Meisterpflicht, die bereits seit langer Zeit eines der Kernanliegen des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) ist.

Die Forderung der Unternehmer an die Politik ist eindeutig: Die Wiedereinführung des Meistervorbehalts ist dringend geboten, denn eine zukunftsfähige duale Ausbildung und gut ausgebildete Fachkräfte, Handwerksqualität und hohen Verbraucherschutz sichert nur der Meisterbrief. Das belegt der Blick auf die Statistik: Allein die Zahl der Meisterprüfungen im Fliesenleger-Handwerk ist seit der Novelle der Handwerksordnung im Jahr 2004 um 80 % (von 550 pro Jahr in 2004 auf jetzt 100 pro Jahr) zurückgegangen. Infolge dessen hat sich auch die Ausbildungslage substanziell verändert. Wurden im Jahr 2002 deutschlandweit noch knapp 4.500 Fliesen-, Platten- und Mosaikleger ausgebildet, so waren es im Jahr 2016 nur noch etwas mehr als 2.200.

Während des Gesprächs im BMWi machten die Unternehmer deutlich, dass die duale Ausbildung irreparabel geschädigt würde, wenn sich die zu beobachtende Entwicklung in dieser Weise fortsetze. „Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag klar zum Meisterbrief bekannt. Nun gilt es, die darin vorgesehene Prüfung einer möglichen Wiedereinführung der Meisterpflicht zügig anzugehen“, kommentiert Karl-Hans Körner, Vorsitzender des Fachverbands Fliesen und Naturstein im ZDB. Er weist zudem darauf hin, dass mangelnde Qualifikation zulasten der Verbraucher gingen. „Eine fachgerechte und qualitativ hochwertige Handwerksleistung kann aber nur durch gut ausgebildete Fachkräfte gewährleistet werden. Nur so kann auch sichergestellt werden, dass Verbraucher für ihr Geld fachgerechte Leistungen erhalten. Ein entsprechendes Angebot von Meisterleistungen und von gut ausgebildeten Fachkräften wird es aber nur nachhaltig geben, wenn wir zur Meisterpflicht im Fliesen-, Platten und Mosaiklegerhandwerk zurückkehren.“

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