|
|
|
Kasseler Sachverständigentage
|
|
|
Gibt es bald Qualitätsstufen für Fliesenbeläge? Ihren ersten runden Geburtstag feierten die Kasseler
Sachverständigentage. Was 1999 mit 40 Teilnehmern begann, hat sich bis
zur zehnten Auflage in diesem Jahr zu einem bedeutenden Branchentreff
entwickelt, auf dem Sachverständige des Fliesenlegerhandwerks und viele
Vertreter aus den technischen und Entwicklungsabteilungen der Industrie
offen und unvoreingenommen miteinander diskutieren. Das gemeinsame
Ziel: neue technische Verfahrensweisen und Produktentwicklungen
vorzustellen und mit praktischen Erfahrungen von der Baustelle
rückzukoppeln, um die technischen Regelwerke bewerten und fortschreiben
zu können. |
|
|
 Erstmals fanden die Kasseler Sachverständigentage in diesem Jahr am 4.
und 5. November - trotz ihres anders lautenden Namens - in Fulda im
Hotel Esperanto statt.
|
|
|
Als prominenten Referenten hatte der Fachverband
Fliesen und Naturstein Prof. Dr.-Ing. Rainer Oswald vom Institut für
Bauschadensforschung und angewandte Bauphysik der Technischen
Universität Aachen gewonnen. Oswald machte sich zum Beispiel in seinem ersten Vortrag zum Thema
„Mangel oder hinnehmbar“ Gedanken darüber, wie man im Fliesengewerbe
Streitigkeiten zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer vermeiden könne.
Sie entstünden häufig deshalb, weil es unterschiedliche Auffassungen
über den vereinbarten Soll-Zustand gebe. So reiche es zum Beispiel
nicht aus, in den Vorbemerkungen zur Leistungsbeschreibung zu fordern,
der Belag müsse „schlagschattenfrei“ sein. Werde dies gewünscht, müsse
sich dies auch in den Einzelpositionen des Leistungsverzeichnisses
widerspiegeln, zum Beispiel durch Festlegung einer bestimmten
Fliesengüte oder zusätzliche Spachtelarbeiten. Oswald empfahl den Fliesenlegern ähnlich wie im Trockenbau vier
Qualitätsstufen einzuführen: einfach, Standard, erhöhte und höchste
Anforderungen. Für jede Qualitätsstufe werden zulässige Abweichungen
vom Idealzustand definiert und Rahmenbedingungen festgelegt. Außerdem
wird auch darauf hingewiesen, dass höherwertige Bauweisen und
Ausführungen mit entsprechend höheren Kosten verbunden sind. „Das
Festlegen von Qualitätsstufen mit jeweils definierten Anforderungen und
hinzunehmenden Unregelmäßigkeiten ist ein kluger Weg, um Streit zu
vermeiden“, sagte Oswald. In anderen Gewerken habe das Festlegen von
Qualitätsstufen darüber hinaus dazu geführt, dass höhere Qualitäten
vermehrt nachgefragt werden und der Besteller auch bereit sei, den
dafür notwendigen höheren Preis zu akzeptieren. Weitere Themen in Kassel waren unter anderem Verbundabdichtungen,
Außentreppen, Naturwerksteine, Großformate und Trittschalldämmung unter
Fliesenbelägen. FLIESEN & PLATTEN wird im Dezember ausführlich über
die neuesten Erkenntnisse der Kasseler Sachverständigentage berichten. Michael Henke |
|
|
Verantwortlich: Fachverband Fliesen und Naturstein im Zentralverband Deutsches Baugewerbe e. V. |
 zurück
 nach oben
 Home
 Impressum
 DL-InfoV
 Seite drucken
|
|
|
|
|